Danke Jesper Juul

Danke Jesper Juul

Der Familientherapeut Jesper Juul ist am Donnerstag gestorben. Er hat mich maßgeblich inspiriert als Mutter, in meiner Arbeit mit Kindern und einfach als Mensch.

Wenn ich an meine eigenen Grenzen komme mit meinen Kindern, muss ich immer an die drei Ratschläge denken, die er in seiner Beratung auf Spiegel online einer verzweifelten Mutter gegeben hat, deren jugendlicher Sohn seine Zeit nur noch vor den Medien verbracht hat:

Das, was wir als Eltern tun können sind drei Dinge: Ein Vorbild sein, in freundlichem Kontakt mit unseren Kindern bleiben und Daumen drücken.

Diese Gedanken gehen von einer grundsätzlich anderen Haltung in der Kindererziehung aus. Und diesen Perspektivwechsel möchte ich allen Eltern mitgeben, die immer wieder denken: dies und das muss mein Kind aber doch lernen – für später.

Kinder lernen darüber, dass sie sich abschauen können, wie wir unsere eigenen Werte selbst vorleben, dass wir eine enge Beziehung zu ihnen haben und unsere Meinung dadurch überhaupt Eindruck auf sie macht. Und letzten Endes müssen wir einfach auch das Vertrauen haben, dass alles schon gut wird. Wir haben nicht alles in der Hand. Unsere Kinder sind eigenständige Wesen, die je älter sie werden ihren ganz eigenen Weg gehen. Und wenn sie soweit sind ihren eigenen Weg zu gehen, dann können wir nur hoffen, dass wir es bis dahin geschafft haben, eine so enge Verbindung aufzubauen, dass sie uns vertrauen und unsere Meinung ihnen etwas bedeutet.

Jesper Juul war der Mensch, der damit begonnen hat, Kinder als vollwertige Wesen ernstzunehmen. Und der alles dafür getan hat, dass die Erwachsenen aufhören zu denken, sie müssten die Kinder auf eine Vollversion im Erwachsenenalter hin erziehen.

Dafür danke ich ihm von Herzen. Für seine Inspiration, seine Gedanken und dass ich dadurch eine bessere Mutter sein kann, die annehmen kann, unperfekt zu sein.

Aus dieser Inspiration ist auch Familienbande erwachsen.

Danke Jesper Juul.


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